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Zum Tod von Michael Klaus
Mit seinem letzten Roman „Totenvogel, Liebeslied“ hat Michael Klaus selbstironisch, komisch und bewegend seine eigene Geschichte in Literatur verwandelt - ein modernes Märchen, in dem die Liebe den drohenden Tod besiegt.
Das Leben, der Alltag in Gelsenkirchen und anderswo, die genauen Beobachtungen waren für Michael Klaus das Rohmaterial für seine meisterhaft knappen Geschichten, in denen jedes Wort saß.
Er war ein geborener Erzähler: kein Wort zu viel, keines zu wenig. Druckreif formuliert im ersten Entwurf. Klarsichtig, selbstironisch, ohne zu verurteilen: die Enge, die Kleinlichkeit, die menschlichen Schwächen und (peinlichen) Abgründe. Große Leidenschaft und filigrane Gefühle; rotzig-freche Sätze, die seinen lakonischen Humor funkeln lassen – ob beim „Schimanski“, in seinen satirischen Glossen und in seinen Romanen. Als „virtuos verschratet“ bezeichnete DIE ZEIT seine Glossen; die Süddeutsche Zeitung empfand sie als „Geschenke vom seltsamen Lieblingsonkel“.
Seine Krankheit lieferte ihm ebenfalls Stoff für sein Schreiben, zum Glück, hat er immer gesagt. „Ich liege gemütlich im Krankenzimmer und bekomme die tollsten Geschichten serviert.“ Und lachte dann sein sonores Lachen.
Michael Klaus schrieb unermüdlich, trotz seiner, mit seiner und gegen seine Krankheit: den Roman „Totenvogel, Liebeslied“, Drehbücher, ein Musical, ein Fußball-Oratorium; hunderte Entwürfe, Notizen, Ideen, die für die nächsten zehn Jahre gereicht hätten. Mit unglaublicher Selbstdisziplin, könnte man meinen, doch sein Motor war aus einem andern Stoff: die Literatur, seine Literatur war seine Nabelschnur zum Leben. Und sie bleibt es für uns, die wir mit seinen Texten weiter leben können.
Michael Klaus gehörte zu den Großen der deutschsprachigen Literatur, nicht nur des Ruhrgebiets.
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Michael Klaus war ein ungemein vielseitiger Autor; er schrieb unzählige Satiren, Gedichte, Erzählungen, Romane, Hörspiele und Drehbücher. Er erfand den „neuen Schimanski“ und schrieb diverse Drehbücher der Schimanski-Reihe, darunter „Schimanski muss leiden“, das 2000 für den Grimme-Preis nominiert wurde. Sein Roman „Nordkurve“ (1993) wurde von Adolf Winkelmann verfilmt. Im assoverlag erschienen „… in die weite Welt hinein“ (Kurzprosa, 2006) und sein Roman „Totenvogel, Liebeslied“ (2007).
Zuletzt arbeitete Michael Klaus an einem Drehbuch für die Krimiserie „Lutter“ (ZDF, mit Joachim Król als Essener Kommissar).
1991 erhielt Michael Klaus den Literaturpreis Ruhr für sein Gesamtwerk.
Michael Klaus war Vizepräsident des deutschen PEN und setzte sich dort, solange es seine Krankheit ihm erlaubte, im Rahmen des Programms „authors in exile“ für verfolgte Autoren ein.
Veröffentlichungen (Auswahl):
Ganz normal, Gedichte (1979, Spectrum)
Nordkurve, Roman (1993, Goldmann)
Auf ein langes Leben!, Satire (1993, rororo).
Fisch ist gut gegen Depressionen (1995, Klartext)
Schlaflose Nacht, Prosa für den Rundfunk (1994, Wort und Bild)
Hin- und hergerissen zwischen Gelsenkirchen und Hollywood, Literatur und Jazz, CD (1996, Pendragon)
Scherpe & Ziska, Erz. (1996, Henselowsky & Boschmann)
Klaras Geschichte, Roman (2001, Arena)
Wie ich meine ersten drei Frauen verlor, Geschichten (2001, Pendragon)
„… in die weite Welt hinein“ (2006, Kurzprosa, assoverlag)
„Totenvogel, Liebeslied“ (Roman, 2006, assoverlag)
Musicals/Oratorium:
„Nullvier. Keiner kommt an Gott vorbei“. (Musical, im Auftrag von Schalke 04)
„Die Tiefe des Raums“ (Fußballoratorium der Ruhr-Triennale)
„Marylin“ (Musical)
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Michael Klaus
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