Ernst, Thomas

Dr. Thomas Ernst (*1974) studierte Philosophie und Germanistik in Duisburg, Berlin, Bochum und Leuven/Belgien und promovierte 2008 an der Universität Trier mit einer Untersuchung zum Thema Pop, Minoritäten, Untergrund. Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa bei Prof. Dr. Franziska Schößler. Anschließend arbeitete er als Postdoktorand an der Université du Luxembourg an einem Projekt zum Thema ‘Heimat’ oder Hybridität. Globalisierte Identitäten in der Gegenwartsliteratur aus Luxemburg, Belgien und Deutschland bei Prof. Dr. Georg Mein. Seit November 2010 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent (Akademischer Rat) von Prof. Dr. Rolf Parr an der Universität Duisburg-Essen im Studiengang “Literatur und Medienpraxis”, dort schreibt er derzeit an seinem Habilitationsprojekt zur Geschichte des geistigen Eigentums.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutschsprachige Gegenwartsliteratur; Literatur-, Medien- und Kulturtheorien des 18. bis 21. Jahrhunderts; Konzepte ästhetischer Subversion; Neue Medien und Literatur (insbesondere Literatur in digitalen Medien); Literatur und Migration, Interkulturalität, Multilingualität, Übersetzung (insbesondere in Deutschland, Flandern und Luxemburg); Geschlechterkonstruktionen in der Literatur; das Ruhrgebiet in der Literatur; kreatives Schreiben (Weblogs, Drehbuch, Prosa).

Zu seinen Veröffentlichungen zählen Popliteratur (2001/2005), Literatur und Subversion. Politisches Schreiben in der Gegenwart (2008/2013), zahlreiche Aufsätze (in chinesischer, deutscher, englischer und niederländischer Sprache) sowie – als Mitherausgeber – Wissenschaft und Macht (2004), SUBversionen.

Zum Verhältnis von Politik und Ästhetik in der Gegenwart (2008), Europa erlesen: Ruhrgebiet (2009), Das Schwarze sind die Buchstaben. Das Ruhrgebiet in der Gegenwartsliteratur (2010) und Verortungen der Interkulturalität. Die ›Europäischen Kulturhauptstädte‹ Luxemburg und die Großregion (2007), das Ruhrgebiet (2010) und Istanbul (2010) (2012). Von 2004 bis 2006 war er Kollegiat des DFG-Graduiertenkollegs Identität und Differenz. Geschlechterkonstruktionen und Interkulturalität (18.-21. Jh.) an der Universität Trier, 2005 arbeitete er als Gastwissenschaftler an der Columbia University of New York, zudem nahm er Lehrtätigkeiten an den Universitäten in Duisburg, Trier, Leuven/Belgien und an der Popakademie Mannheim wahr.

Bereits 1999 erhielt Thomas Ernst Literaturstipendien der Stiftung Kulturfonds und der Stadt Soltau, seither veröffentlichte er Kurzprosa, Satiren und Essays, mit seinen Leseperformances trat er in England, Wales, Belgien, Österreich und Deutschland auf. 2004 schrieb er mit an dem Kurzfilm Nie solo seiN (engl. Never eveN, Regie: Jan Schomburg), der erste Preise auf Filmfestivals in u.a. Philadelphia, Antalya, Salerno, Winterthur und den Preis für die beste deutsche Produktion bei der IFF München erhielt. 2007 verfasste er gemeinsam mit Jan Schomburg das Drehbuch für das ZDF-Fernsehspiel Innere Werte, 2009 arbeitete er – auf Einladung des europäischen Literaturhauses Passa Porta in Brüssel, wo er lebt – an einem niederländischsprachigen Literaturprojekt.